Samstag, 9. November 2013

Sklavin der Liebe ... wenn die Erotik Schmerzen liebt ...


Guten Morgen meine lieben Leser und alle Interessierte,




heute habe ich ein ganz besonderes, brisantes, extrem heißes Thema aus den dunklen Ecken unserer verkappten Gesellschaft im Gepäck. Die Erotik. Eine besondere Form der Erotik. Jeder von uns liebt Sex. Wie auch immer geartet. Viele jedoch stehen nicht zu ihren Vorlieben. Spielen mit ihren Vorlieben gerne verstecken. Verstecken sich hinter einer Maske der Normalität. Jedoch ... was ist schon normal?
Warum trauen sich nur so wenige Menschen, offen über ihre Wünsche und ihre Neigungen ... selbst mit ihrem Partner, zu reden? 
Daher noch einmal meine Frage ... was ist NORMAL im 21. Jahrhundert? 
Blümchensex? Hardcoresex? Sado-Masosex?
Ist nicht NORMAL, was beide Seiten für GUT befinden?
Warum ist alles, was nicht soft, nicht Blümchen ist, unnormal?
Warum richten Menschen über die sexuellen Vorlieben anderer Menschen?

Ich hatte eine Bekannte, die regelmäßig über und über mit Striemen und blauen Flecken zu gemeinsamen Saunabesuchen aufschlug. Meine Bekannte hatte nicht wenige Male violette Flecken zwischen ihren Beinen. Striemen quer über ihren Rücken. Blaue Flecken an ihrem Körper. Geredet haben wir viele Monaten nicht über dieses Thema. Sie hat Monate nichts gesagt. Ich habe Monate nichts gefragt. Warum auch? Sie musste sich vor mir nicht rechtfertigen.
Ihre äußere Fassade: Komplett "NORMAL". Sie erfolgreiche Geschäftsfrau. Ihr damaliger Partner, ein sehr angesehener, erfolgsverwöhnter Geschäftsmann.

Die offensichtlichen "Misshandlungen" an dem Körper meiner Bekannten riefen mein Interesse hervor. Letztlich führten ihre "unnormalen" Sexualpraktiken dazu, dass ich mehr als einmal ins Krankenhaus, zu Krankenbesuchen, zitiert wurde. Erst, während einer meiner Krankenhausbesuche erfuhr ich über ihre Neigungen. Sie war eine Sklavin. Mochte es, wenn ihr damaliger Freund ganz nach seinem Befinden über sie verfügte. Ihr Schmerzen zufügte.
Die Verletzungen, die sie während ihrer harten, gar brutalen Sexspiele davon trug, waren halt Kol­la­te­ral­schä­den. Das eine oder andere Experiment ging offensichtlich für meine Bekannte nicht ganz so erfolgreich aus, wie sie es sich vorgestellt ... beziehungsweise gewünscht hatte. Die Experimentierfreude meiner Bekannten und ihrem damaligen Weggefährten waren gut 3 Jahre lang ungebrochen. Trotz oder vielleicht auch gerade durch ihre Krankenhausaufenthalte. Das ganze Prozedere hörte schlagartig auf, als ihr damaliger Gefährte sie eines Tages aufgrund eines anderen, noch willigeren Weibchens, wegwarf wie ein paar ausgetretene, alte Schuhe. Dieser eiskalte Mann erweckte durch sein noch kälteres Praktizieren im Umgang mit den Gefühlen seiner Mitmenschen, mein Interesse.

Ich wurde neugierig. Ich recherchierte. Für mein im Frühjahr erscheindes Buch recherchierte ich sogar ganz intensiv nach anderesartigen Sexualpraktiken. Ich wurde fündig.
Bildquelle: www.fotosearch.de


Da bedingt durch das Buch, Shades of Grey, explizit dieses Sex-Thema in den Schlafzimmern gelebt und thematisiert wurde, jedoch keiner beziehungsweise nur wenige, offen über dieses Sex-Thema sprechen, werde ich mich bemühen, ein wenig Licht in das Dunkel dieser Sexualpraktiken zu bringen.
Mir ist an dieser Stelle wichtig zu erwähnen, dass ich nach wie vor nicht verstehe, warum viele Menschen so verkappt mit ihrer Sexualität umgehen. Keiner von uns ist vom Klapperstorch vor die Tür des jeweiligen Elternhauses gelegt worden. 
Auch ist Sex im gegenseitigen Einvernehmen etwas sehr Schönes. Es ist natürlich. Es ist nicht anrüchig. Es ist nicht schmutzig.
Ganz egal, welche Praktiken bevorzugt und ausgelebt werden. 
Wenn beide Partner dazu bereits sind, gibt es keine Tabus. 
Lediglich Sex mit Kindern als desgleichen mit Tieren ist abscheulich und MUSS bestraft werden!  Hier können die Täter gar nicht streng genug, als auch nicht hart genug, bestraft werden!

Ich fand während meiner Recherche einen Bericht von einer Frau, deren Mann vor Jahren verstorben war, deren Kinder lange erwachsen waren. Gar längst auf ihren eigenen Pfaden des Lebens unterwegs waren.
Besagte Frau wollte nach Jahren sexueller Abstinenz noch einmal wissen, wo sie in ihrem Leben stand. Wollte sich ausprobieren.
"Ich muss endlich herausfinden, was ich wirklich will.“ 
Dachte sie sich. Gedacht, getan.
Diese Frau gab eine Anzeige in  einer Zeitung auf.
Die Sätze flossen ihr beim Schreiben der Anzeige nur so aus ihrer Feder. Sie suchte eine: „Anspruchsvolle, erotische“ Beziehung. 
Es fielen in dieser Anzeige auch Wörter wie: „Gebieter“ und „Hingabefähigkeit“, Schlüsselwörter, deren verborgene Botschaft die Männer, die sie ansprechen wollte,  sehr wohl verstanden.
Die Frau erhielt gut 200 Zuschriften. 
Die Frau sortierte die Zuschriften aus, die in einer festen Beziehung lebten. Legte wiederum andere, zur Kontaktaufnahme, auf einen Haufen. Der Haufen enthielt Zuschriften von Männern, von denen sie sich magisch anzogen fühlte. Diese Männer versprachen ihr Selbstsicherheit. Diese Männer schienen Erfahrung in dem zu haben, was sie sexuell suchte. Diese Männer  versprachen jedoch vor allem eins ... Dominanz.
Nur wenige Zeit später verabredet sie sich in einem Café auf einen Kaffee in der Nähe ihres Wohnorts mit einem ihr geeigneten Kandidaten. 
Traf auf ihrem Date auf einen besonders gut aussehenden Mann. Einem Fabrikanten. Einen Mann, der es gewohnt war zu delegieren. Einen Mann, der ihr Befehle gab. Sofort, kaum dass sie sich auf ihren Stuhl, im Ca­fé, hingesetzt hatte.
„Schau mich an! Sitz gerade! Hände in den Nacken! Ellenbogen nach außen! Weiter nach außen!“ 
Sie gehorchte. Sie ließ sich bereitwillig, ohne Widerspruch, von diesem Fremden mit Blicken taxieren. Spürte den Schmerz, als er sie kurz in die linke Brustwarze kniff – und spürte noch etwas: Lust.Unbändige Lust. Bat ihn, sogar, noch fester zuzukneifen. Später dann, auf der Straße, befahl ihr der fremde Mann, sich mit ihrem Gesicht zu einer Mauer zu drehen. Ihre  Beine weit zu öffnen. Der Mann gabt ihr Schläge auf ihren  Po. Schlägt sie zwischen ihre Schenkel. 
Diese Begegnung veränderte ihr Leben. Wieder zu Hause, konnte sie kaum einen klaren Gedanken fassen. Fühlte eine nie gekannte Erregung in sich, noch Tage später!
Sadomaso-Gartenzwerg wartet auf Kundschaft... von Herr Kannitverstan
Bildquelle: /www.fotocommunity.de
Die Frau lebte nach dem Tod ihres Mannes alleine in einer Doppelhaushälfte. Am Stadtrand einer großen Stadt. 
Die Frau war eine angesehene Dame der Gesellschaft. 
Übernahm nach dem Tod ihres Mannes ehrenamtliche Tatigkeiten in ihrem Wohnort.
Die Frau erledigte nach dem Treffen mit dem Fremden, das im Übrigen ihre ganze Gefühlswelt komplett auf den Kopf gestellt hatte, wie immer, routiniert die Aufgaben ihres Alltags. 

Dabei merkt sie: Nichts war wie immer. Alles war anders.
 „Masochistische Fantasien zu haben und festzustellen, sie können Realität werden,  löst wahre Wirbelstürme in einem aus“, sagt die Frau rückblickend. Sie, diese autonome, kontrollierte, emanzipierte Frau, hat Angst davor, was da mit einer unglaublichen Macht aus ihr herausbrach. Angst vor der Unberechenbarkeit ihrer Gefühle. Das war der Moment, als sie dem Hunger in sich einen Namen gab: Sie nennt ihn: Innere Sklavin. 
Sie, die Frau, ist das Bild einer emanzipierten Frau. 
Trotz ihrer neu entdeckten sexuellen Ausrichtung, will die Frau ihr Idealbild einer gleichberechtigten Partnerschaft nicht aufgeben. Eine schwere Aufgabe, wie sich herausstellte. Die Frau trifft sich mit vielen Männern. Geht mit vielen von diesen fremden Männern in ein Hotel. Lässt sich von diesen fremden Männern demütigen, schlagen, fesseln. Kriecht auf allen vieren vor ihnen auf dem Fußboden. Erniedrigt sich. Erduldet es, wenn ihr Klammern an die Brustwarzen und die Schamlippen gesetzt werden. Angst, an den Falschen zu geraten, hat sie nicht. „Ich telefonierte vorher mit ihnen, ließ mir ihre Berufe nennen. Googelte sie. Außerdem habe ich in meinem Leben viele Extremsituationen durchgemacht. Ich bin oft in unberechenbare Situationen geraten. Da entwickelt man einen Instinkt für Gefahren.“ 
Was ihr mehr zu schaffen machte: 
Die Männerbekanntschaften aus der Zeitung waren alle, durch die Bank weg, sympathisch, attraktiv und gebildet. 
Jedoch: Alle sahen in ihr nur eins: Das Sexobjekt. Die Sklavin.
Die Männer können und/oder wollen der Frau in ihr, zu wenig Raum geben.
Bis sie jemanden trifft, den sie XY nennt. Der sich nicht nur auf das erotische Spiel einlässt, sondern auch auf eine gleichberechtigte Partnerschaft. Heute bezeichnet sie ihn als das „Glück ihres Lebens.“ XY ist wiederholt geschieden. Auch er ist ein Suchender, der bei der Frau endlich das findet, was er immer gesucht hat. Endlich ankommt. Sie stellt ihn ihren Kindern, Eltern, Freunden, Verwandten vor. Die freuen sich, dass sie nach den Jahren des Alleinseins endlich jemanden kennengelernt hat. Alle mögen XY sofort. Diesen tollen Mann, der so warmherzig, interessiert und humorvoll ist. Die beiden Verliebten feiern ihr erstes gemeinsame Weihnachtsfest. Es folgen Geburtstage, Familienfeste. Die Frau begleitet XY zu Geschäftsessen und zu Bekannten, wo er sie als neue Frau an seiner Seite vorstellt. „Keiner von seinen und von meinen Bekannten, Freunden etc. ahnt, was wir beide tun, wenn wir alleine sind“, sagt die Frau.
Bildquelle: www.fotosearch.de

Heißes Wachs auf ihren Bauch, ihre Brüste, ihren Schamhügel. Schläge mit Baumgerten, die er zuvor im Wald geschnitten hat. Peitschenhiebe. Penetration mit „Naturdildos“ wie eiskalten Gurken. Nipple clamps, die sich mit Schräubchen bis zur Schmerzgrenze hochdrehen lassen, Peitschenhiebe etc. Er ist sehr streng zu ihr. Gibt ihr Befehle mit einer Stimme, die eine Tonlage tiefer als normal ist. Sie fügt sich. Es sei nicht die Lust am Schmerz, erklärt sie, es sei Hingabe. Ihn erregt es, sie zu unterwerfen. Sie dagegen wird feucht allein bei dem Gedanken, ihn bestimmen zu lassen, was mit ihr geschieht. Somit ergibt sie sich ganz und gar dem Schmerz.
Eine Frau, die vor Spinnen dieselbe Angst hat wie die meisten Frauen, lässt sich von dem Mann, den sie liebt, an ihre Grenzen führen. Dieses bis zur vollkommenen Selbstauflösung. Und wenn er dann, endlich, mit ihr schläft, kommt das einer Explosion gleich. So verstörend das wirken mag, es ist eine zarte, bizarre Liebesgeschichte, die diese Frau erzählt.  Die erste Begegnung ist nun 6 Jahre her. Jahre, in denen Vertrauen wachsen konnte. Denn das ist sehr wichtig in einer SM-Beziehung. Noch wichtiger als in einer "normalen" Partnerschaft. 
„Für mich ist es unglaublich wichtig, dass wir über alles sprechen, was uns bewegt. Ich kann mich meiner Lust nur hingeben, wenn nichts zwischen uns steht.“ Sagt die Frau. 
XY gibt ihr stets das Gefühl, ganz bei ihr zu sein. Versorgt die Sklavin in ihr mit Nahrung ... indem er ihr etwas ins Ohr flüstert, ihre Hand hält oder seine Stimme senkt. 
„Bei anderen muss ich ja eine Maske tragen, kann nur eine Seite von mir zeigen. Bei ihm dürfen meine beiden Seelen leben.“

„. Ja, sie wolle Frauen Mut machen, Mut, zu einer solchen "Veranlagung", zu stehen. SM habe nichts mit Gewalt zu tun, das sei ihr wichtig. „Gewalt wird gegen den Willen eines anderen eingesetzt, das sagt schon das Wort ‚Vergewaltigung‘.
 Der normale Geschlechtsakt ist doch auch kein zimperlicher Vorgang, jedoch da redet die Gellschaft über "Liebe machen‘.“
Bildquelle: www.fotosearch.de
Sie glaubt nicht an die oft zitierten Vergewaltigungsfantasien von Frauen. „Die meisten träumen eher davon, genommen zu werden.“ Nicht ohne Grund lägen in vielen Schlafzimmern Handschellen und Seidenschals neben dem Bett. Nicht ohne Grund seien Filme wie „9½ Wochen“ oder „Eyes Wide Shut“ oder das Buch "Shades of Grey" zu Riesenerfolgen geworden.
Die Frau trägt Striemen unter ihrem Kleid. Striemen, die ihr XY  zuvor mit Peitschenhieben zugefügt hat. Sie trägt sie „wie andere Frauen ihren Ehering“. Die Striemen machen sie stolz. Berühren sie, weil der Mann, der sie so zeichnet, damit ihre Seele berührt. Und wenn mal ein Arztbesuch ansteht? Die Frau lacht. 
„Dann finden wir eine Form der Erotik, die keine Spuren hinterlässt.“ 
Dabei strahlt die Frau über ihr ganzes, hübsches Gesicht. 
Sie lächelt und freut sich.  Sie erzählt von dem Heiratsantrag, den XY ihr gemacht hat. Erzählt von dem Haus, das sie sich gemeinsam gekauft haben. Ein wunderschönes Haus, in das sie bald gemeinsam einziehen werden.

Tja meine lieben Leser ... Normalität ist definitv eine Frage des Blickwinkels. 

 Habt alle einen guten Start in euren Tag.

Eure Bärbel



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